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Über die Hälfte der Inder /-innen (52,5 %) lebt unterhalb der Armutsgrenze. D.h. nach der Armutsdefinition der Weltbank, dass sie weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben, um sich zu ernähren und lebenswichtige Güter zu kaufen. Gemessen am Umfang seiner Nahrungsmittelproduktion könnte sich Indien selbst versorgen. Doch die Produktionssteigerung hat keine wirkliche Verbesserung für die Ernährung der Bevölkerung gebracht. Über 20 % der Menschen in Indien können ihren täglichen Bedarf an Kalorien und Proteinen (Eiweiße) nicht decken. Ein Beispiel: Viele Menschen sind aus religiösen Gründen Vegetarier/-innen. Sie müssen ihren Eiweißbedarf über Hülsenfrüchte decken. Die Versorgung mit Linsen ist jedoch zwischen 1993 und 1996 um 800 Gramm pro Person und Jahr zurückgegangen, weil mehr Anbaufläche für Getreide benötigt wurde. Unter den schlecht ernährten Menschen in Indien sind besonders viele Frauen, da sie weniger gelten als die Männer und nur das Essen bekommen, was die restliche Familie übrigläßt. In armen Familien ist das nicht viel. Fehl- und Unterernährung führen zu zahlreichen Krankheiten, die durch Vitamin- und Mineralstoffmangel entstehen, z.B. Erblinden oder Anämie. Auch das Körperwachstum und die Entwicklung des Gehirns werden durch fehlende Nahrung stark beeinträchtigt. Schlecht ernährte Menschen sind generell anfälliger für Krankheiten. Um die Ernährung der Bevölkerung zu sichern, hat die indische Regierung ein staatliches Verteilungssystem aufgebaut, welches gewährleisten soll, dass Grundnahrungsmittel überall erhältlich sind.

Wasser

In Indien, wie auch in anderen Ländern der "Dritten Welt", ist neben Fehl- und Mangelernährung sowie miserablen Wohnverhältnissen vor allem unsauberes Trinkwasser die Ursache vieler Krankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 80 % aller Krankheiten auf verunreinigtes Trinkwasser und fehlende sanitäre Einrichtungen zurückzuführen sind, wie sie für Slums die Regel sind. Das Wasser der offenliegenden Tümpel und Teiche, aus denen in Indien traditionell geschöpft wurde und wird, ist oft mit Krankheitskeimen verseucht. In vielen Regionen Indiens ist die Versorgung mit Wasser zudem stark von Niederschlägen wie z.B. dem Monsun abhängig. Hier kann es zu großen Schwankungen kommen. Damit sauberes Trinkwasser und Wasser zum Bewässern der Felder ganzjährig zur Verfügung stehen, wurden Brunnen gebaut. Ca. 50 % der Wasserversorgung erfolgt durch Tiefbrunnen, was zur Folge hat, dass der Grundwasserspiegel stetig sinkt. Mittlerweile hat sich auch herausgestellt, dass das Wasser zahlreiche Schadstoffe enthalten kann (z.B. Arsenvergiftungen in Westbengalen).

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Wasserverbrauch wettweit (UNO-Schätzung) für jeden Haushalt, pro Person und Tag

Indien
55 Liter
Tansania
65 Liter
Thailand
75 Liter
Deutschland
145 Liter
Frankreich
205 Liter
Schweiz
290 Liter
USA
630 Liter

Zum Vergleich : Wasserverbrauch in Deutschland

Trinkwasser ist die kostbarste Ressource der Erde, auch bei uns. In ganz Europa steigt der Wasserverbrauch nach dem Umweltbericht der Vereinten Nationen an. Auch wenn die Deutschen seit 1990 sparsamer mit Wasser umgehen, ist auch die Wasserversorgung in Deutschland, besonders in Großstädten, problematisch. Berlin plündert beispielsweise seine Grundwasserquellen so stark, dass sie sich kaum noch erholen können. Nahrungsgewohnheiten können einen Einfluß auf den Wasserverbrauch haben. Bis ein Rindersteak von ca. 200g auf unserem Teller ist, werden 20.000 Liter Wasser verbraucht (Anbau des Tierfutters, Reinigung, Herstellung usw.). Für 200 Gramm Reis werden dagegen "nur" 400 Liter Wasser benötigt. Auch die Sauberkeit unseres Trinkwassers ist oft nur durch aufwendige technische und chemische Verfahren zu erreichen. Die Europäische Union hat Richtlinien erlassen, die die Menge der Giftstoffe bestimmen, die in unserem Wasser vorhanden sein darf. Es enthält häufig Rückstände von Pestiziden und Düngemittel aus der Landwirtschaft und Substanzen aus der chemischen Industrie. Aus alten Wasserleitungen gelangen Spuren von Blei, Kupfer und Arsen in das Trinkwasser. Trotzdem ist das Trinkwasser in Deutschland noch viel sauberer als in den meisten anderen Ländern der Erde.

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